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PRIMAL.FM verabschiedet sich vorerst von DAB+ in Dresden

Nach mehr als zwei Jahren beendet PRIMAL.FM die Verbreitung über DAB+ in Dresden.

Aber ganz wichtig vorweg: PRIMAL.FM bleibt natürlich bestehen.

Unser Programm läuft ganz normal weiter. Ihr könnt PRIMAL.FM weiterhin über unsere PRIMAL.FM App, unseren Webplayer und über das Internet hören. An unserer Leidenschaft für elektronische Musik und natürlich für Hardstyle ändert sich nichts.

Ein großer Schritt für PRIMAL.FM

Als wir im März 2024 mit PRIMAL.FM über DAB+ in Dresden gestartet sind, war das für uns ein riesiger Schritt.

Als unabhängiger Radiosender plötzlich neben den etablierten Programmen im Digitalradio aufzutauchen und PRIMAL.FM ganz klassisch im Radio empfangen zu können, war etwas, auf das wir unglaublich stolz waren – und auch heute noch sind.

Vor unserem DAB+-Start war PRIMAL.FM bereits erfolgreich als Onlineradio unterwegs. Unsere Hörer haben uns über unsere digitalen Angebote gehört und über die Onlineverbreitung konnten wir entsprechende Werbeeinnahmen erzielen.

Mit DAB+ wollten wir den nächsten Schritt gehen und PRIMAL.FM noch einfacher zugänglich machen – insbesondere im Auto und überall dort, wo man einfach das Radio einschaltet.

Natürlich war uns bewusst, dass dieser Schritt mit erheblichen zusätzlichen laufenden Kosten verbunden sein würde. Gleichzeitig wurden uns verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die DAB+-Verbreitung langfristig über Werbung, Agenturen und entsprechende Vermarktungspartnerschaften refinanzieren lassen könnte.

Diese Perspektiven waren für uns auch ein wichtiger Bestandteil der Entscheidung, diesen Schritt überhaupt zu wagen.

DAB+ hat das Hörverhalten verändert

Mit unserem Start auf DAB+ ist dann etwas passiert, das auf der einen Seite natürlich genau das war, was wir erreichen wollten:

Viele von euch haben PRIMAL.FM fortan einfach über DAB+ gehört.

Gerade unterwegs und im Auto ist das verständlich. Sender auswählen, einschalten und fertig.

Für uns hatte diese Entwicklung allerdings auch eine wirtschaftliche Kehrseite. Ein Teil unserer Hörerschaft verlagerte sich vom Online-Stream auf DAB+. Diese Nutzung findet außerhalb unseres eigenen Online-Streams statt und lässt sich für uns deshalb nicht auf die gleiche Weise digital vermarkten.

Damit kamen auf der einen Seite die erheblichen laufenden Kosten für die DAB+-Verbreitung hinzu, während sich auf der anderen Seite ein Teil unserer zuvor digital erreichbaren Hörerschaft auf DAB+ verlagerte.

Das wäre grundsätzlich kein Problem gewesen, wenn sich im Gegenzug die neuen Möglichkeiten im klassischen Radiowerbemarkt so entwickelt hätten, wie wir es vor unserem Start erwartet hatten.

Leider war genau das nicht der Fall.

Warum es neue Radiosender besonders schwer haben

Ein Punkt hat uns während unserer Zeit auf DAB+ besonders beschäftigt: Für neue und unabhängige Radiosender ist es ausgesprochen schwierig, sich im klassischen Radiowerbemarkt dauerhaft zu etablieren.

Die großen und seit vielen Jahren etablierten Radiosender verfügen bereits über Strukturen, die über einen langen Zeitraum gewachsen sind. Dazu gehören entsprechende Reichweiten, etablierte Vermarktungspartner, bestehende Werbeverträge und die Abbildung in den relevanten Reichweitenmessungen des Radiomarktes.

Für einen neuen und unabhängigen Sender sieht die Ausgangssituation naturgemäß völlig anders aus.

Man startet ohne jahrelang aufgebaute Reichweiten, ohne bestehende große Vermarktungsverträge und ohne die gleichen Strukturen, über die etablierte Programme bereits verfügen.

Genau daraus entsteht aus unserer Sicht ein grundsätzliches Problem:

Um die hohen laufenden Kosten einer DAB+-Verbreitung dauerhaft finanzieren zu können, benötigt ein neuer Sender entsprechende Werbeeinnahmen. Um für große Vermarkter und Werbekunden interessant zu werden, benötigt er wiederum entsprechende Reichweiten und etablierte Strukturen.

Diese Strukturen können aber nicht von heute auf morgen entstehen.

Vor unserem Start auf DAB+ wurden uns verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Verbreitungskosten langfristig über Agenturen, Werbepartner und die klassische Radiovermarktung refinanzieren lassen könnten. Genau deshalb haben wir diesen Schritt damals auch gewagt.

In der Praxis mussten wir jedoch feststellen, dass der Zugang zu diesen Vermarktungswegen für einen jungen und unabhängigen Sender erheblich schwieriger ist als zunächst erwartet.

Gerade größere Werbekunden werden häufig über etablierte Mediaagenturen und Vermarkter betreut. Gleichzeitig spielen bei der klassischen Radiovermarktung Reichweitenmessungen wie die Media-Analyse eine wichtige Rolle.

Hinzu kommt, dass PRIMAL.FM über DAB+ ausschließlich regional in Dresden verbreitet wurde. Damit sind die Voraussetzungen natürlich andere als bei einem Sender, der bereits überregional oder bundesweit verbreitet wird und entsprechende Reichweiten vorweisen kann.

Aus unserer Sicht müsste deshalb stärker darüber gesprochen werden, wie auch neue und kleinere Programme eine realistische Chance bekommen können, sich innerhalb dieser Strukturen überhaupt erst zu entwickeln.

Denn Vielfalt im Radio entsteht nicht nur dadurch, dass neue Programme technisch auf Sendung gehen können. Sie müssen langfristig auch eine wirtschaftliche Möglichkeit haben, auf Sendung zu bleiben.

Bei PRIMAL.FM führte diese Situation letztlich dazu, dass hohen laufenden Kosten für DAB+ zu wenige zusätzliche Einnahmemöglichkeiten aus der klassischen Radiovermarktung gegenüberstanden.

Auch das Hörverhalten unserer Zielgruppe verändert sich

Neben den wirtschaftlichen Gründen gibt es noch einen weiteren Punkt, den wir bei unserer Entscheidung berücksichtigen müssen: Die Art, wie insbesondere jüngere Menschen heute Musik hören, hat sich stark verändert.

Klassisches Radio konkurriert längst nicht mehr nur mit anderen Radiosendern. Spotify, YouTube, Apple Music und andere Streaming-Angebote sind für viele junge Menschen inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Musikkonsums.

Gerade für PRIMAL.FM ist diese Entwicklung besonders relevant. Mit EDM, Hardstyle und den härteren Styles der elektronischen Musik sprechen wir eine vergleichsweise junge Zielgruppe an – und genau diese Zielgruppe ist besonders stark auf digitalen Plattformen unterwegs.

Das bedeutet für uns nicht, dass lineares Radio keine Zukunft mehr hat. Wir müssen uns aber die Frage stellen, über welche Wege wir unsere Zielgruppe heute und in Zukunft am besten erreichen können.

Unsere eigenen digitalen Angebote spielen dabei eine immer größere Rolle. Sie ermöglichen uns nicht nur eine Verbreitung weit über Dresden hinaus, sondern geben uns auch wesentlich mehr Möglichkeiten, PRIMAL.FM unabhängig weiterzuentwickeln.

Auch unser Musikprogramm haben wir für DAB+ verändert

Mit dem Start auf DAB+ haben wir nicht nur die technische Verbreitung von PRIMAL.FM verändert. Auch unser Musikprogramm haben wir bewusst angepasst.

Über DAB+ erreicht ein Radiosender schließlich auch Menschen, die PRIMAL.FM vorher vielleicht noch nie gehört haben und beim Durchschalten zum ersten Mal bei uns landen.

Um auch diese Hörer auf dem Sender zu halten und PRIMAL.FM für ein breiteres Radiopublikum zugänglicher zu machen, haben wir den Anteil an EDM und zugänglicheren elektronischen Sounds erhöht. Gleichzeitig haben wir sehr harte Genres wie beispielsweise Uptempo im regulären Tagesprogramm bewusst reduziert.

Das war eine bewusste Entscheidung. Wir wollten Menschen, die uns über DAB+ neu entdecken, nicht direkt mit den härtesten Sounds konfrontieren, sondern ihnen einen Einstieg in die musikalische Welt von PRIMAL.FM ermöglichen.

Mit dem Ende unserer DAB+-Verbreitung verändert sich nun auch diese Ausgangslage.

Wir können unser Musikprogramm künftig wieder stärker an den Menschen ausrichten, die PRIMAL.FM ganz bewusst einschalten und genau wegen unserer Musik zu uns kommen.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass EDM bei PRIMAL.FM verschwindet. EDM gehört genauso zu uns wie Hardstyle. Gleichzeitig können wir künftig aber wieder mutiger sein, musikalisch mehr ausprobieren und auch den härteren Sounds wieder mehr Raum geben.

Kurz gesagt: PRIMAL.FM darf musikalisch wieder ein bisschen mehr PRIMAL.FM sein.

Nach mehr als zwei Jahren ziehen wir die Konsequenz

Wir haben DAB+ nicht nach ein paar Monaten wieder aufgegeben.

Mehr als zwei Jahre lang war PRIMAL.FM über DAB+ in Dresden zu hören. Wir haben viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld in diesen Verbreitungsweg investiert.

Nach dieser Zeit haben wir uns die Frage gestellt, ob es weiterhin sinnvoll ist, einen erheblichen Betrag in einen einzelnen Verbreitungsweg zu investieren, wenn die dafür notwendigen zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten fehlen und sich gleichzeitig das Hörverhalten unserer Zielgruppe zunehmend in Richtung digitaler Angebote entwickelt.

Wir haben diese Frage für uns inzwischen beantwortet.

PRIMAL.FM wird die Verbreitung über DAB+ in Dresden künftig nicht fortführen.

Stattdessen möchten wir unseren Fokus wieder stärker auf die digitale Zukunft von PRIMAL.FM richten und unsere Mittel dort einsetzen, wo sie unserem Programm und unseren Hörern unmittelbar zugutekommen.

PRIMAL.FM geht weiter ❤️

Und genau das ist uns bei dieser Nachricht besonders wichtig:

Das Ende von DAB+ ist nicht das Ende von PRIMAL.FM.

PRIMAL.FM bleibt weiterhin über das gesamte Internet erreichbar.

Ihr könnt uns wie gewohnt über die PRIMAL.FM App, unseren Webplayer und über zahlreiche Internetradio-Plattformen hören.

Und natürlich müsst ihr auch im Auto nicht auf PRIMAL.FM verzichten.

Gerade moderne Fahrzeuge verfügen inzwischen über integrierte Internetradio-Angebote und Dienste wie TuneIn, über die PRIMAL.FM ebenfalls direkt im Fahrzeug gehört werden kann. Auch über das Smartphone und die Verbindung mit dem Fahrzeug bleibt PRIMAL.FM unterwegs problemlos erreichbar.

Die digitale Verbreitung hat dabei einen entscheidenden Vorteil:

Unser Sendegebiet endet nicht mehr an der Grenze von Dresden.

Über das Internet könnt ihr PRIMAL.FM in Dresden, in ganz Deutschland und natürlich auch darüber hinaus hören.

Ob zu Hause, unterwegs, im Büro oder im Auto:

PRIMAL.FM bleibt bei euch.

Danke für mehr als zwei Jahre DAB+ ❤️

Natürlich fällt es uns trotzdem nicht leicht, nach mehr als zwei Jahren aus der DAB+-Senderliste in Dresden zu verschwinden.

Gleichzeitig sind wir stolz darauf, was wir erreicht haben. Wir haben es als unabhängiges Radioprojekt geschafft, PRIMAL.FM ins Digitalradio zu bringen und mehr als zwei Jahre lang terrestrisch in Dresden auszustrahlen.

Vor allem möchten wir uns aber bei euch bedanken.

Bei jedem, der PRIMAL.FM irgendwann beim Durchschalten auf DAB+ entdeckt hat. Bei jedem, der geblieben ist. Bei jedem, der unsere Musik hört, unsere Shows verfolgt, uns weiterempfohlen oder uns einfach eine Nachricht geschickt hat.

Das ist kein Abschied von PRIMAL.FM – sondern lediglich ein Abschied von einem Verbreitungsweg.

Und wer weiß: Sollten sich die Rahmenbedingungen in Zukunft verändern, ist auch eine Rückkehr von PRIMAL.FM auf DAB+ für uns nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Bis dahin gilt:

In der PRIMAL.FM App. Im Web. Im Auto. Überall dort, wo ihr Internet habt.

Mit EDM. Mit Hardstyle. Mit PRIMAL.FM. ❤️

Danke für mehr als zwei Jahre PRIMAL.FM auf DAB+ in Dresden.

Wir hören uns weiterhin. ❤️

  • PRIMAL.FM verabschiedet sich vorerst von DAB+ in Dresden
  • Kategorie
    Allgemein
  • Veröffentlicht
    11.08.2026, 23:00
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